Neue Facetten im Bigbandsound
17.01.2011 - RÜSSELSHEIM
Von André Domes
IKS SWING KIDS Konzert mit zwei Gastsolisten auf Einladung der „Dorflinde“ im Festungskeller
Obwohl die „IKS Swing Kids“ sich schon im vergangenen Jahr - neben weitaus bedeutenderen Titeln - die Krone der umtriebigsten Band der Stadt erspielten, hat die Schüler-Bigband der Kant-Schule ihre Qualität als Frequenzbringer keineswegs eingebüßt. Profiteur der ungebrochenen Anziehungskraft war am Samstagabend der Folk- und Jazzclub „Dorflinde“, dessen Jahresprogramm mit einem Gastspiel der vielfach ausgezeichneten Kapelle eröffnet wurde. Als Gastsolisten mit von der Partie waren im vollbesetzten Festungskeller der renommierte Frankfurter Vibraphonist Christoph Aupperle und Sängerin Pramila Chenchanna, die als bewährte Rüsselsheimer Jazzvokalistin einige Nummern zum Programm beisteuerte.
Was bei anderen Bands ein Zeichen von Stagnation und mangelndem Drive ist, muss im Falle der IKS-Band als überaus ambitioniertes Ziel gewertet werden: Das Halten des Niveaus. Denn dass die von Jens Hunstein und Heiko Hubmann geleitete Truppe ihren Platz in der Bundesliga der Schüler-Ensembles schon über so lange Zeit bestätigt und behauptet, wird erst durch große Anstrengungen in der Heranführung von Nachwuchs möglich.
Noch bemerkenswerter ist, dass es bei aller Selbsterneuerung auch noch gelingt, immer wieder ambitionierte Konzertprojekte auf die Beine zu stellen und das eigene Repertoire frisch zu erhalten. Der Einbezug von Gastsolisten ist hierfür ein probates Mittel, wie sich auch am Samstag wieder einmal zeigte. Mit Christoph Aupperle war ein ausgewiesener Virtuose am Vibraphon und Latin-Experte mit an Bord und sorgte mit dem besonderen Klang seines Instrumentes für neue Facetten im Bigbandsound der „Swing Kids“. Zwischen gediegenem Latin und dem hochglänzenden Sound von Rundfunkorchestern changierte der verbreiterte Klangcharakter der wie immer spielfreudig agierenden Band, die von klassischen Basie-Nummern über coole Oliver Nelson-Stücke wie der Hit „Stolen Moments“ bis hin zu Fusion-Titeln wie dem „Yellowjackets“-Knaller „Revelation“ eine riesige Bandbreite abdeckten. Der Integration des ungewohnten Instrumentes von Christoph Aupperle, der seine Klasse bei zahlreichen Solofeatures aufblitzen ließ, vollzog sich dabei so reibungslos, dass die viele Arbeit hinter dem Projekt kaum zu spüren war. „Das war schon keine so leichte Angelegenheit, aber hat einen guten Lerneffekt gehabt“, so Heiko Hubmann, der den Taktstock am Samstag seinem Kollegen Jens Hunstein überlassen hatte.
