„IKS Swing Kids“ bleiben Spitze
29.06.2010 - RÜSSELSHEIM
Von Stephan A. Dudek
JUGEND JAZZT Nachwuchsjazzer gewinnen Hauptpreis / Drummer Jan-Peter Linay als Solist ausgezeichnet
Die „IKS Swing Kids“ dürfen sich weiterhin zu den besten deutschen Jugend-Jazzorchstern zählen. Bei dem vom Deutschen Musikrat organisierten Bundesentscheid „Jugend jazzt“ in Bingen errangen sie am Wochenende einen der drei Hauptpreise. Unter dem Strich wurden die Leistungen der Rüsselsheimer von der Fachjury mit dem Prädikat „mit hervorragendem Erfolg teilgenommen“ bewertet. Diese Formulierung verrät, dass die an der Rüsselsheimer Immanuel-Kant-Schule beheimatete Big Band mindestens 23 von 25 möglichen Wertungspunkten erreicht haben muss.
Dazu kommt der Gewinn eines von drei „Skoda-Jazzpreisen“, im Fall der „Swing Kids“ dotiert mit Proben und einem Auftritt gemeinsam mit dem populären Jazz-Sänger Tom Gaebel.
Doch damit nicht genug: IKS-Schlagzeuger Jan-Peter Linay wurde einer der Solisten-Preise zugesprochen. Der 16-jährige Drummer kann nun an einem Musik-Workshop teilnehmen.
Der Hauptpreis, dem kürzlich verstorbenen Leiter des „Bundesjugendjazzorchester“, Peter Herbolzheimer, gewidmet, blieb im Bundesland Rheinland-Pfalz: Er wurde dem „Yellow Tone Orchestra“ des Musikgymnasiums Montabaur zugesprochen, das nun eine Workshop-Woche sowie einen Auftritt mit Trompeten-Star Till Brönner vor sich hat.
Gleichwertig mit den Rüsselsheimern wurde die Big Band des niedersächsischen Gymnasiums Berenbostel eingeordnet. Auch ihr stehen nun Proben und ein Auftritt mit Till Brönner bevor.
Zu einem spontanen Sonderpreis fühlte sich die Jury angesichts der Leistungen des „Jay Jay Be Ce Orchesters“ der „JugendJazzBand“ aus Charlottenburg / Berlin verleitet. Dieses Orchester hob sich derart von allen anderen Teilnehmern ab, dass eine Vergleichbarkeit nicht mehr gegeben schien. Das Konzept der Berliner sieht vor, ausschließlich zeitgenössische Original-Kompositionen von Tonsetzern aus ihrem Bundesland zu spielen.
Für die „IKS Swing Kids“ endeten mit der Preisverleihung aufregende Wochen, die mit einer viertägigen Arbeitsphase im mittelhessischen Schlitz begannen und nun durch den dreitägigen Aufenthalt in Bingen - untergebracht waren sie in der Bad Kreuznacher Jugendherberge - beendet wurden. Bereits lange vorher hatten sie sich gegen die hessische Konkurrenz auf Landesebene durchgesetzt, insgesamt bewarben sich auf dieser Ebene bundesweit mehrere hundert Jugend-Jazz-Orchster um den Titel.
Am Wochenende hatten sich zunächst am Samstag 14 Big Bands im halbstündigen Wechsel den prüfenden Ohren der Jury gestellt. Dieses Vorspiel ging in den Räumen des Stefan-George-Gymnasiums über die Bühne. Am Sonntag dann konnten die besten sechs den großen Saal im Rheintal-Kongress-Zentrum bespielen.
Mit der Preisverleihung ist die Spielzeit für die „Swing Kids“ allerdings noch nicht ganz vorbei: Das kommende Wochenende verbringen sie im Frankfurter Tonstudio der Big Band des Hessischen Rundfunks, um ihr aktuelles Wettbewerbsprogramm aufzunehmen. Diese Tonaufnahmen sind der Preis, den die jungen Jazzer beim Schulbigband-Wettbewerb des Senders im Mai gewonnen haben.
