Aufklärung bei Punk und Metal
16.05.2011 - RÜSSELSHEIM
Von Dennis Machwitz
SAFER ROCK Benefizkonzert für Aidshilfe Wiesbaden im Jugend- und Freizeithaus Dicker Busch
Fünf Bands aus Wiesbaden, Darmstadt und Rüsselsheim rockten am Samstag gemeinsam gegen AIDS. Sämtliche Erlöse des Benefizkonzerts „Safer Rock“ kommen der Aidshilfe Wiesbaden zugute. Die jungen Musiker sorgten mit Punk, Rock, Metal und Rap für Stimmung im Jugend- und Freizeithaus „Dicker Busch“.
Sven Ott und Jörg Lenz veranstalteten das Benefizkonzert, dass nun zum dritten Mal stattfand. Neben „Safer Rock“ waren beide auch schon für die Organisation des „Rhein-Main Festivals“ verantwortlich.
„Das Problem mit dem Verhältnis zu AIDS beginnt oft im Elternhaus und in der Schule“, erklärt Ott. „Die Eltern kennen sich auch nicht mit den Folgen aus, Schulen klären meist zu wenig auf. Wenn Aufklärung stattfindet, ist es meistens noch zu früh: Jugendlichen ist die Gefahr noch nicht bewusst“.
Ott ist selbst ehrenamtliches Mitglied bei der Aidshilfe. Vor drei Jahren kam er auf die Idee, sein Ehrenamt mit der Musik zu verbinden: „Die Aufklärung über HIV soll hier keine Nebensache sein. Die Bands werden ständig mit Einwürfen darauf hinweisen“, erläutert Ott weiter. „Durch den Spaß und die Freude an der Musik haben wir einen besseren Zugang zu den jungen Leuten“, ergänzt Michael Gebhard, Leiter des Jugend- und Freizeithauses „Dicker Busch“. Zum ersten Mal fand das Konzert im Jugendfreizeithaus statt. Auch vor „Safer Rock“ kooperierte Gebhard mit der Organisation „pro familia“, die sich für die sexuelle Selbstbestimmung einsetzt.
„Das Verhältnis zwischen den Bands ist sehr familiär“, sagt Ott, selbst Mitglied bei „Cojon“. „Wir kennen uns gut und machen neben der Musik auch privat mal was“, erzählt er weiter. Unterstützt wurde das Team von zwei Mitgliedern der Aidshilfe Wiesbaden. Sie verteilten auf dem Konzert Kondome und berieten die Jugendlichen zum Thema Verhütung. Peter Schneider, hauptamtlicher Mitarbeiter, betreut rund 80 HIV-positive Klienten. „Heutzutage wissen die jungen Leute, wie man sich vor AIDS oder Geschlechtskrankheiten schützt“, erklärt Schneider. „Wir versuchen ihnen daher ein körperliches Selbstbewusstsein zu geben, besonders den Mädchen. Sie sollen sagen können was sie wollen oder was auch nicht“, erläutert Schneider weiter. Schneider ist sehr erfreut über die positive Resonanz im Jugendhaus: „Die Besucher sind sehr offen und tolerant gegenüber dem Thema Verhütung.“ Der Erfolg der Veranstaltung ist gutes Vorzeichen für eine Fortsetzung im nächsten Jahr.
