Von Cornelia Wystrichowski
SHOW Zum zehnten Geburtstag von "Wer wird Millionär?" präsentiert RTL drei Spezialausgaben der erfolgreichsten Fernsehshow
BERLIN. Rund 1 700 Kandidaten, mehr als 22 200 Fragen und jede Menge mal blitzgescheiter, mal strohdummer Antworten: Günther Jauchs Quizshow "Wer wird Millionär?" wird zehn Jahre alt, und zum Jubiläum zeigt RTL im September gleich drei extralange Spezialausgaben, in denen Jauch unter anderem die Highlights der Ratesendung Revue passieren lässt. Der 53-Jährige dachte kürzlich zwar laut über seinen Rückzug aus dem Fernsehen nach, vorläufig ist ein Ende der Show, jedoch auch nach 816 Ausgaben nicht in Sicht: "Ich habe immer noch sehr viel Spaß bei ,Wer wird Millionär?´ und schleppe mich nicht hin", sagt Jauch. Durchschnittlich 6,44 000 Millionen Zuschauer sahen in diesem Jahr bislang zu, wenn Jauchs Kandidaten ihre grauen Zellen marterten - damit ist die Show zwar kein Straßenfeger mehr wie in der Anfangszeit, doch so mancher Fernsehfilm hat schlechtere Quoten. Das Konzept geht nicht nur in Deutschland auf: Das aus dem britischen Fernsehen stammende Format wurde bislang in mehr als 100 Länder verkauft und gilt als erfolgreichste TV-Show der Welt.
Wieso ist das simple Frage-Antwort-Spiel so populär? "Ich glaube, weil sich jeder vor dem Fernseher mit den Kandidaten identifizieren kann, weil in jeder Sendung neue und andere Menschen mit wieder anderen Macken und einem anderen Humor, einem anderen Wissen oder Nichtwissen antreten", erklärt Jauch.
In den Spezialausgaben kann der populäre Moderator auf reichlich Jux, Jammer, Jubel und 5010 verbrauchte Joker zurückblicken. Es gab Skandale um ungenau formulierte Fragen und Antworten oder jenen Mann, der regelwidrig ein zweites Mal als Kandidat bei Jauch landete, und es gab etliche Blackouts.
Insgesamt wurden in den regulären Ausgaben der Quizshow bislang 60,5 Millionen Euro ausgeschüttet - Jauch zufolge hat mancher Gewinner sein Geld aber nie gesehen, weil Finanzamt oder Gläubiger schneller waren. 49 Mal stellte der Moderator die Millionenfrage, acht Kandidaten schnappten sich den Hauptgewinn. Zwei davon, Oliver Pocher und Thomas Gottschalk, erspielten das Geld für einen guten Zweck als Gäste der launigen Prominentenspecials.
Unvergessen ist neben dem Gastspiel von Alice Schwarzer der legendäre Auftritt von Hape Kerkeling als Horst Schlämmer, der mit Jauch die Plätze tauschte und Brüderschaft trank. Die beste Quote erzielte das Special mit Thomas Gottschalk und Heidi Klum im Mai 2001, als sage und schreibe 14,22 Millionen Zuschauer einschalteten. Mit den Geburtstagsshows kehrt "Wer wird Millionär?" aus der Sommerpause zurück, die letzte der drei Jubiläumsausgaben ist fast drei Stunden lang und wird RTL zufolge einige Überraschungen bieten. Günther Jauch selbst hat sich nach eigener Auskunft noch keine einzige Ausgabe im Fernsehen angeschaut. Zu manchem Kandidaten hält er losen Kontakt - unter anderem zu Eckhard Freise, seinem ersten Millionengewinner: Der Professor schlussfolgerte im Dezember 2000 richtig, dass der Sherpa von Edmund Hillary bei dessen Mount-Everest-Erstbesteigung anno 1953 Tenzing Norgay hieß.
