Charaktervoll und flexibel
09.08.2010 - GUSTAVSBURG
Von André Domes
KONZERT „Afterworkparty“ mit „Steppin‘ Stone“ und Tanzeinlagen
(dom). Nach zwei bluesigen Konzerten ging es bei der dritten Auflage der „Afterworkparty“ im Biergarten am Burgpark in anderem Stil zur Sache. Das Trio „Steppin’ Stone“ sorgte bei der Veranstaltung im Rahmen des „Kultursommers“ für entspannten Country-Sound und gleichzeitig für einen Beitrag mit Nachbarschaftscharakter. Aus Bischofsheim nämlich kommen die drei Musiker, die Coversongs in einer ganz eigenen klanglichen Verpackung präsentierten.
Dass „Steppin’ Stone“ eine Band mit individuellem Sound sein dürfte, erschließt sich schon bei Inaugenscheinnahme der Besetzung. Zwar stehen auch hier klingende Saiten im Mittelpunkt, doch sind die nicht nur auf Gitarren montiert. Banjo (Thilo Wenchel) und Mandoline (Jürgen Schmitt) flankieren die zentrale Gitarre von Sänger Reinhold Golenia und sorgen so für einen nicht nur charaktervollen, sondern auch flexiblen Sound, der sich zumeist im Bluegrass-Kontext bewegt, aber wenn erforderlich in viele Stile einbetten lässt.
Komplettiert wird die Instrumentierung mit dem gelegentlichen Einsatz der Bodhran, einer irischen Rahmentrommel, zu der Schmitt greift, wenn es im Set rhythmisierter zugeht.
Was das Songmaterial betrifft, bedienen sich „Steppin’ Stone“ ebenfalls einer ordentlichen Promenadenmischung und integrieren von klassischem Country über Hits aus den Siebzigern bis zu deutschem Liedgut. Für Konstanz sorgen die country-lastig gehaltenen Arrangements, die von balladenhafter Dynamik bis zu erdig-bluesigen Noten viel zu bieten haben.
Beim Publikum kamen Mischung, handwerklich einwandfreie Darbietung und auch die lockere, unprätentiöse Art des Trios gut an, lediglich kühle Temperaturen trübten etwas den Musikgenuss im Biergarten. Wie man dieses Problem wirkungsvoll beseitigt, zeigten die „Country Dancers ‘92 Gustavsburg“, deren Abordnung das Konzert mit einigen Tanzeinlagen bereicherte.
