Von Ulrich von Mengden
CHORGESANG Ginsheimer treffen sich zum gemeinsamen Singen auf dem Damm
"Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum": Mit einem der wohl bekanntesten Volkslieder überhaupt eröffneten Christiane Maier und ihr Kinderchor "Happy Young Voices" das beliebte Singen auf dem Damm. Obwohl immer wieder einmal Regentropfen fielen, war es am Sonntag wieder Anziehungspunkt für viele sangeslustige Menschen.
Vor dem evangelischen Gemeindehaus blieb unter den schützenden Schirmen kein Platz mehr frei. Bei unsicheren Wetterverhältnissen saß man hier im Trockenen und hatte den besten Blick auf die auftretenden Chöre. Aber auch weiter hinten drängten sich die Menschen auf der Damm-Mauer, um beim kollektiven Singen dabei zu sein. Viele hatten Schirme dabei, denn sie waren willens, auch bei Regen das schon kultig zu nennende Ereignis nicht zu verpassen.
Es ist überwiegend die ältere Generation, die Spaß daran findet, die Lieder, die meist noch in der Schule gelernt wurden, fröhlich mitzusingen. Die "Happy Young Voices" tragen zwar einen englischen Namen, sangen aber durchweg auf Deutsch, ließen das "Heideröslein" aufblühen oder trugen "Zum Tanze da geht ein Mädel" vor.
Ein echter Hit zum Mitsingen ist immer wieder das Ginsemer Lied, das Heimatdichter Georg Dauborn schon in den dreißiger Jahren verfasst hatte. Über die Zeile "Wer einmal am Rhein ein goldiges Mädel geherzt und geküsst, der weiß schon, was Seligkeit ist", schmunzelte auch seine Witwe Maria Dauborn, die zu den Anwesenden zählte.
Die evangelische Kantorei unter Leitung von Armin Rauch verstand sich bestens auf weltliches Liedgut und sang mit "Schön ist die Welt" ein Lied, das allen aus dem Herzen sprach. Mit "Heute hier, morgen dort" von Hannes Wader, sorgte der Chor dafür, dass auch jüngere Lieder Einzug in die Tradition altüberlieferter Texte halten durfte. Mit einem abschließenden Kanon, den die Sänger beim Abgehen mit auf dem Weg gaben, unterstrichen sie den geselligen Charakter des Volksliedersingens.
Gerne gehört auch immer wieder die Chorgemeinschaft, die unter Leitung von Silvia Tolkien auch jene Lieder im Repertoire hatte, die noch lieber mitgesungen werden. Welcher sangesfreudige Mensch kann sich schon bei "Der Kuckuck und der Esel" oder "Weiße Rosen aus Athen" zurückhalten?
Spaziergänger und Radfahrer, die auf dem Damm vorbeikamen, mussten den Eindruck haben, dass die Ginsheimer ein wirlich geselliges und sangeslustiges Völkchen sind.
