Ginsheimer Rudolf Guthmann feiert 75. Geburtstag
23.01.2012 - GINSHEIM
(uli). Ortslandwirt und Kommunalpolitiker Rudolf Guthmann feierte am gestrigen Sonntag seinen 75. Geburtstag. Zu seinem Ehrentag hatten ihm die Parteifreunde von der CDU einen Empfang im Ginsheimer Bürgerhaus arrangiert.
Natürlich kam die Sprache auf seine langjährige Tätigkeit als Gemeindevertreter. Seit 41 Jahren sitzt der gebürtige Ginsheimer für die CDU im obersten gemeindlichen Gremium. 1966 trat er dem CDU-Gemeindeverband bei und ist seit 1971 in verschiedensten Funktionen eine tragende Säule seiner Fraktion im Gemeinderat. Im Kreistag Groß-Gerau wirkte der achtfache Opa und neuerdings auch Ur-Opa zwei Legislaturperioden mit.
Jahrzehntelang musste er in der Gemeindevertretung die Mehrheiten der SPD ertragen. Jetzt, im Herbst seines politischen Lebens, hat er den Verlust der absoluten Mehrheiten bei den Sozialdemokraten erlebt und mit seiner CDU hat er erstmals die Möglichkeit zur politischen Mitgestaltung. „Das wirst du nie erleben“, hatte ihm sein früh verstorbener Vater prophezeit. Dass es doch anders kam, erfüllt Guthmann mit gewisser Genugtuung.
Guthmann musste den elterlichen Betrieb, den es in der achten Generation in Ginsheim gibt, schon als junger Mann übernehmen. Inzwischen bringt er es auf 60 Berufsjahre in der Landwirtschaft, zu der auch die Haltung von Milchkühen gehört. „Heute bin ich aber nur noch mitarbeitender Rentner“, erzählt er und freut sich, dass innerhalb der Familie Nachfolge und Fortbestand längst geklärt ist. Beide Söhne sind aber nicht nur in der Landwirtschaft tätig, sondern folgen ihrem Vater auch auf den Spuren als Kommunalpolitiker in Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg. Die Tochter hat in Ingelheim in einen Winzerbetrieb eingeheiratet.
Politisch musste Guthmann einiges ertragen, was ihm gegen den Strich ging - in erster Linie die hohe Verschuldung der Gemeinde, die er jahrzehntelang monierte. Zu seinen schlimmsten politischen Niederlagen rechnet er, dass die Gemeinde das vom Heimat- und Verkehrsverein, wo er im Vorstand sitzt, umworbene Bube-Haus nicht angekauft habe. Hier sei ein Kulturdenkmal bäuerlicher Landwirtschaft des 19. Jahrhunderts verloren gegangen, bedauert er. Bange ist es ihm auch, wenn der Hochwasserdamm durch einen Neubau ersetzt wird. Froh ist er, dass die Ortsentlastungsstraße komme, für die er schon vor 30 Jahren gekämpft habe.
„Das Leben ist ein Kompromiss, man muss lernen, mit ihm leben zu können“, hält er sich aber an eine Devise, die ihn sein Leben lang schon begleite.
Solange es ihm gesundheitlich noch gut gehe, wolle er sowohl der Kommunalpolitik wie auch der Landwirtschaft erhalten bleiben.
