Gemeindevertretung Ginsheim-Gustavsburg sagt Ja zu Damm-Mauer und Wasserwehr
17.12.2011 - GINSHEIM-GUSTAVSBURG
Von Ulrich von Mengden
Zügig arbeitete die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung des Jahres eine umfangreiche Tagesordnung ab. Dabei herrschte in vielen Punkten Einvernehmen. Lediglich zu der in Ginsheim vorgesehenen neuen Damm-Mauer (wir berichteten) gab es kritische Stimmen.
Während Albrecht Marufke von den Freien Wählern („eine Super-Sache“), Claus Rethorn für Bündnis 90/Die Grünen („der geballte Sachverstand der Landesbehörden“), Thorsten Weinerth für die SPD („richtige Beschlüsse“) oder Lothar Nachtmann („hat sich sehr gut entwickelt“) nur lobende Worte fanden, sah das Rudolf Guthmann für die CDU anders. Lobend erwähnte er die Kostenübernahme durch das Land. Umso mehr missfiel ihm ein 20 Zentimeter hoher Betondeckel in steingrauer Einfärbung, der nach seiner Ansicht in einem ungünstigen proportionalen Verhältnis zur rund 70 Zentimeter hohen Sandsteinmauer steht, die dem Betonkern vorgeblendet wird.
Lohnforderung stoßen auf Verständnis
Hoffnung macht Guthmann das völlig überraschend vom Regierungspräsidium Darmstadt einberufene „verkürzte Planfeststellungsverfahren“, bei dem Träger öffentlicher Belange wie der Heimat- und Verkehrsverein oder die Bürgerinitiative zum Erhalt der alten Damm-Mauer bis zum 20. Januar ihre Einwände vorbringen können.
Bei Nichtbeteiligung von Rudolf Guthmann an der Abstimmung gab es aber zunächst das einstimmige Votum der Gemeindevertreter, die Damm-Mauer wie vorgeschlagen zu realisieren. Da dabei auf eine Sandstein-Abdeckung verzichtet wird, entstünden der Gemeinde keine Kosten.
Einstimmig auch der Beschluss, für die Gemeinde eine Wasserwehr aufzustellen. Gegen die energetische Sanierung der Betriebsgebäude auf dem Bauhof inklusive der Installation einer Photovoltaik-Anlage gab es auch keine Bedenken. Die kreditfinanzierte Investition von rund 600 000 Euro soll sich innerhalb der Laufzeit von 20 Jahren amortisieren.
Zur Kenntnis nahmen die Gemeindevertreter die Lohnforderungen der Erzieherinnen der kommunalen Einrichtungen. Deutlich wurde dabei, dass sie fraktionsübergreifend auf viel Verständnis stoßen. Die Bezahlung würde der Länge der Ausbildung und den Anforderungen im Beruf nicht gerecht, hieß es unisono. Allerdings müsse man noch bis zu den Haushaltsberatungen auf politische Stellungnahmen warten, drückte Thorsten Weinerth für die SPD aus, dass es noch Beratungsbedarf gibt. 220 000 Euro würde es jährlich kosten, die Erzieherinnen im Gehalt höher einzugruppieren.
Einstimmiges Votum auch für den neuen Bebauungsplan „Weizengewann II“ in Gustavsburg, der unter anderem den zehn denkmalgeschützten Stahlhäusern eine geordnete Vergrößerung ermöglicht.
