Haupt- und Finanzausschuss Ginsheim-Gustavsburg genehmigt Wirtschaftsplan für „Servicebetrieb Bauhof“
10.12.2011 - GINSHEIM-GUSTAVSBURG
Von Ulrich von Mengden
Zügig arbeitete der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag im Gustavsburger Bürgerhaus seine Tagesordnung ab. Dabei wurde der Wirtschaftsplan 2012 des kommunalen Eigenbetriebes „Servicebetrieb Bauhof“ einstimmig verabschiedet. Die Fraktionssprecher Thorsten Weinerth (SPD) und Mario Bach (CDU) begrüßten das Vorhaben, die Gebäude des Betriebshofes energetisch zu sanieren und eine Photovoltaik-Anlage zu installieren.
Rund 600 000 Euro sind für die Öko-Investition vorgesehen, wie Bürgermeister Richard von Neumann informierte. Erstmals in seiner Geschichte wird der SBB dafür einen Investitionskredit aufnehmen. Die eingesparten Heizkosten und die Vergütungen aus der solaren Stromeinspeisung sollten die Maßnahmen dennoch zu einem lohnenden Investment machen, glaubt der Verwaltungschef. Nach 20 Jahren Betriebszeit verzeichneten die Neuerungen einen Überschuss von 45 000 Euro lautet die Prognose.
Keine Lobby fand im Haupt- und Finanzausschuss die Idee, die alte Dammmauer in Ginsheim zu erhalten. Es gibt klare Signale, dass die Kommunalpolitiker weitgehend den Vorschlägen von Denkmalbehörde und Regierungspräsidium Darmstadt folgen (wir berichteten). Lob gab es von allen Seiten, dass sich die Situation für die Gemeinde insgesamt positiv entwickelt habe. Zum Nulltarif gibt es einen betonierten Mauerkern mit einem 20 Zentimeter dicken Deckel, was in einem Guss hergestellt wird. An den Seitenwänden wird die Betonmauer dann mit den alten Sandsteinen verkleidet. Auch wenn dabei ästhetisch nicht das Maximum erreicht sei, habe man doch einen guten Kompromiss für Optik und Hochwasserschutz gefunden, hieß es unisono aus allen Fraktionen.
Im Prinzip gefiel den Ausschussmitgliedern auch, dass das Bootshaus im Zuge der Deichbau-Maßnahmen an Versorgungsleitungen und Kanalnetz angeschlossen werden soll. Das beinhaltet auch die Option, den Betrieb eines künftigen Biergartens infrastrukturell zu ermöglichen. Bei den Kosten, die auf 15 000 Euro für die Verlegung der Sammelleitungen unterhalb des Deiches taxiert sind, wollen die Grünen die künftigen Nutzer stärker mit im Boot haben.
Einstimmig wurde die Aufstellung einer Wasserwehr befürwortet, die dann unter anderem die mobilen Aufsätze zum Hochwasserschutz auf der neuen Mauer errichten muss. Niemand im Ausschuss bezweifelte die Berechtigungen von Gehaltsforderungen der Erzieherinnen in der Gemeinde. „Unsere Erzieherinnen werden nicht entsprechend ihren Leistungen bezahlt“, brach auch Bürgermeister Richard von Neumann eine Lanze für sein Personal. Es könne aber nicht sein, dass die Kommunen dafür herhalten müssen, wenn es bundesweit keinen Konsens darüber gibt, dass Sozialberufe besser bezahlt sein sollen, wiesen kritische Stimmen etwa von Susanne Redlin (SPD) auf einen größeren Zusammenhang hin. Dennoch solle man alles tun, um die Lage der Erzieherinnen zu verbessern, gab Lothar Nachtmann (CDU) eine Richtung für die anstehenden Haushaltsberatungen vor.
