Mit ganzer Kraft flussaufwärts
06.09.2010 - FLÖRSHEIM
Von Nadine Scherer
RUDERVEREIN Spaßiges Drachenbootrennen auf dem Main / Beste Kostüme werden prämiiert
Männer in Krankenschwesterkostümen, weiße Engelchen und grüne Drachen - schräge Gestalten mit so klangvollen Namen wie „Weihwasserpiraten“ oder „Flerschemer Fast Ferzischer“ lieferten sich am Sonntag spannende Duelle auf dem Main. Der dritte Drachenbootcup des Flörsheimer Rudervereins erwies sich auch dieses Jahr als Publikumsmagnet und lockte, so schätzten die Organisatoren, an die 6 000 Besucher an das Mainufer, wo schon zur Mittagszeit Parkplätze Mangelware waren.
Insgesamt nahmen an dem Spaßwettbewerb 20 Teams teil, davon 13 aus Flörsheim und den Stadtteilen Wicker und Weilbach. Bis aus Offenbach und Frankfurt waren Mannschaften angereist. Einmal auf dem Wasser, wurden die Teams von Fans und Besuchern lautstark angefeuert.
Schwerstarbeit leisteten die Teilnehmer, die in ihren bis zu zwei Tonnen schweren und mit Fahnen geschmückten Paddelbooten eine knapp 300 Meter lange Strecke überwinden mussten - flussaufwärts
Neben Kraft war auch ein gutes Rhythmusgefühl von Vorteil, denn den Schlagzyklus mit den Paddeln gab ein Trommler vor. Doch nicht nur die sportliche Leistung wurde honoriert, mindestens ebenso wichtig waren ausgefallene Kostüme. Die schönste Maskierung wurde von der Rennleitung ausgezeichnet. Beste Chancen auf diesen Titel hatten neben der Feuerwehr Flörsheim, die als „Heiße Schwestern“ mit Kittel und Haarnetz ins Boot stieg, auch die Engel der Flörsheimer Kantorei, die sich mit plüschigem Heiligenschein erstmals aufs Wasser wagten. „Wir haben die anderen drei Boote geschickt vor uns hergetrieben“, umschrieb Dietlind Scheffler, die im Engelskostüm an der Trommel saß, die Niederlage des Teams. Schwierig fanden die „Engel“ vor allem das synchrone Paddeln. „Aber der Spaß steht im Vordergrund und wir wollen im nächsten Jahr wieder mitmachen.“
Auch Frank Herzog, Trainer und Organisator, stellte den Spaß in den Fokus der Veranstaltung, die seit ihrer Premiere 2008 zum 100-jährigen Bestehen des Rudervereins immer mehr Teams anlockt. Rund 50 Helfer kümmerten sich um reibungslosen Ablauf und Verpflegung.
Mit einer Beach- und Cocktailparty mit Livemusik am Bootshaus hatten sich die Teams am Abend zuvor eingestimmt.
Für die von der Frankfurter Firma „D.R.E.A.M“ geliehenen Drachenboote habe man sich entschieden, weil sie stabiler als Rennboote seien und auch ungeübte Paddler problemlos mitfahren könnten, so Herzog. Da sich die Teams viel Mühe mit ihren Kostümen geben, hatten die Organisatoren erstmals neben regulären Läufen einen „Hoffnungslauf“ und das Rennen um die Plätze 17 bis 20 eingeführt. „So darf jedes Team mindestens drei Mal fahren“, erklärte Herzog. Ihre Basislager hatten die Mannschaften auf dem Festplatz aufgeschlagen, wo sie sich ausruhen und ihre Kleidung trocknen lassen konnten.
Erstmals gab es außerdem einen Schülercup, an dem sich zunächst nur zwei Boote beteiligten. Zwar habe der Ruderverein Schulen angeschrieben, jedoch laut Herzog keine Rückmeldung erhalten. Spontan fanden sich im Lauf des Tages aber noch zwei Mannschaften aus Zuschauern, die schließlich am Schüler-Rennen teilnahmen. Abgesichert wurde die Strecke von DLRG-Helfern, die mit den Schleusen in ständigem Funkkontakt standen. Als Steuermänner fungierten die Mitarbeiter von „D.R.E.A.M“. Damit kommendes Jahr die Bootswechsel schneller vonstatten gehen, plant der Ruderverein, einen weiteren Steg anzubringen. Auch bei der Teilnehmerzahl ist noch Luft nach oben: „Unser Ziel sind 28 angemeldete Teams“, so Herzog.
