Erstmals ohne Pfarrer Wildfang
06.09.2010 - WEILBACH
EVANGELISCHE KIRCHE Gemeindefest in Weilbach
(hbk). Die evangelische Kirchengemeinde Weilbach feierte am Samstagnachmittag ihr erstes Gemeindefest seit 20 Jahren ohne Pfarrer Christof Wildfang. In der Übergangsphase, bis zur Wahl eines neuen Gemeindeseelsorgers, leitet Pfarrer Alfred Weinberg die Gemeinde. Und die vielen Helfer aus allen Gruppen in der Gemeinde trugen dazu bei, dass es wieder ein nettes Miteinander für alle Gemeindemitglieder und Gäste, darunter Pfarrer Martin Hanauer aus Flörsheim, wurde.
Einzige spürbare Änderung war das Wegfallen des Lichterfests bei Anbruch der Dunkelheit: „Zwei Feste auf einmal war dann für unsere Helfer doch zu viel!“, so ein Mitglied des Kirchenvorstands.
Der Nachmittag begann bei schönem Sonnenschein im idyllischen Kirchgarten mit einem Freiluft-Gottesdienst unter Leitung von Pfarrer Alfred Weinberg mit etwa 200 Teilnehmern. Die Lieder und Texte waren passend zum Thema „Gemeinschaft macht stark“ ausgewählt, die Live-Musik kam von Manfred Zeidler mit seiner Gruppe „Rote Gitarre“, die am Abend zu einem Extra-Konzert im Garten einlud. Zum kleinen Festprogramm trugen die Kinder des katholischen Kindergartens ebenso bei wie die Sängervereinigung Weilbach. Für das leibliche Wohl in Form von gespendeten Kuchen und Salaten, Gegrilltem, Wein und Cocktails, war gesorgt.
Die Weilbacher Pfadfinder vom Stamm Ulrich von Hutten warben mit Pfadfinderlagerfeuer, Armbrustschießen und einem Geschicklichkeitsspiel aus Seilen für Interesse an ihrer Jugendarbeit. „Wir haben genug Kinder, Material, Programmideen und Erfahrung von alten Hasen“, beschreibt Stammesführer Sebastian Knüttel die Situation. Aber es sei in den vergangenen Jahren versäumt worden, Nachwuchs an Leitern heranzubilden. „Ab einem Alter von 14 Jahren ist Party interessanter als Pfadi! Wenn wir Pech haben, gibt es unseren Stamm im nächsten Jahr zu unserem 20-jährigen Bestehen nicht mehr“, prognostizierte der Weilbacher mit frisch abgeschlossenem Studium, der es als seine Pflicht ansieht, „die Leute bei der Leine zu halten.“ Die Pfadfindersache sei „zu gut, als dass wir diese gute Jugendarbeit in Weilbach sterben lassen können.“ Er appelliert an junge Leute ab 16 Jahre mit Interesse für Jugendarbeit, als Quereinsteiger dazuzukommen. Auch will er sich an den Pfadfinderstamm in Hofheim mit der Bitte wenden, den Weilbacher Stamm für eine Übergangszeit zu unterstützen. Denn: „Wenn die Kinder erst auf andere Weilbacher Vereine aufgeteilt sind, ist ein Neuanfang praktisch nicht mehr machbar.“
