Ferienspiele Hauptaufgabe
04.09.2010 - FLÖRSHEIM
Von Hildegund Klockner
PORTRÄT Slawa Rudek kümmert sich bei der Stadtverwaltung um Angebote für Kinder
Das „Hauptprojekt“ von Slawa Rudek im Amt für Kultur, Jugend und Sport sind die Ferienspiele, die in diesem Jahr zum 35. Mal stattfanden. Doch ist die Pädagogin auch im Herbst nicht „beschäftigungslos“. „Eigentlich sind die Ferienspiele ein Ganzjahresprojekt“, stellt sie im Gespräch mit der „Main-Spitze“ fest. Zurzeit werden die zwei Ferienwochen nachbereitet, die Erfahrungen sortiert und Verbesserungen diskutiert, bis dann im Januar die Organisation der neuen Ferienspiele mit der Team(fort)bildung und Mottosuche beginnt. Als Themen gab es schon Ägypten, Indianer, Piraten, Weltreise, Dinosaurier, Mittelalter, Märchen und Zirkus, die für die Kinder immer interessant waren. Das Thema „Ritter und Burgen“ war in diesem Jahr die erste Wiederholung. Wichtig ist Slawa Rudek, dass das Motto demokratisch entschieden wird: Wenn sich die Betreuer, darunter Lehrer und Pädagogikstudenten, damit identifizieren können, ist das „die erste Voraussetzung für gelungene Ferienspiele.“
Mit dem neuen Schuljahr wird auch das „sonstige Programm“ des Amts für Kultur, Jugend und Sport fortgeführt. Dazu zählen die Spiele vor Ort, die draußen stattfinden und mit dem Kartoffelfeuer am 14. Oktober enden. Sie werden von den Spielefesten in der Stadthalle bis zur Walpurgisnacht am 30. April abgelöst. Ferienkalender mit Ausflügen und kreativen Angeboten werden in den Weihnachts- und Osterferien angeboten. In den Herbstferien liegt der Schwerpunkt bei der Jugendarbeit mit einer Kultur- und Bildungsfreizeit, die diesen Herbst nach Barcelona und die Costa Brava führt.
Dazu ist Slawa Rudek in der Erwachsenenbildung tätig. Die pädagogische Arbeit mit Eltern und Erzieherinnen wurde ein neuer Tätigkeitsschwerpunkt. Mit sogenannten „In-House“-Fortbildungsseminaren, die sie nach Flörsheim holt, werden die Leiterinnen und Erzieherinnen der zehn städtischen Einrichtungen und fünf konfessionellen Kindergärten zentral fortgebildet. „Der Bedarf ist da und die Themen kommen von den Teilnehmern“, freut sich Rudek, deren großes Anliegen es ist, „ständig am Ball zu bleiben und die Standards zu erfüllen.“
Mit ihren Kultur-, Bildungs- und Freizeitangeboten möchte sie die Kinder und Jugendlichen vor allem durch Spielen nach draußen bekommen, „weil sich Kinder so zu Gemeinschaftswesen entwickeln“. Die Spielefeste ohne feste Anfangszeiten sind offen für die ganze Familie und mit Krabbelecke und Angeboten für Kinder von drei bis zwölf Jahren konzipiert. Zunehmend kommen Väter hinzu, so dass Rudek einen wichtigen Beitrag zur Familienunterstützung leistet.
1980 kam die studierte Philologin aus Schlesien nach Flörsheim. Nach intensiven Sprachkursen, der Geburt ihres Sohnes und einer Anstellung im Deutschen Polen-Institut in Darmstadt gefiel ihr 1989 die Stellenausschreibung in der Flörsheimer Stadtverwaltung „wegen der Schwerpunkte Kultur und Kinder“.
Als dann 2005 der deutsch-polnische Freundeskreis und die Städtepartnerschaft mit Pyskowice gegründet wurde, war es für Rudek klar, dass sie sich hier einbringt: „Schließlich verfüge ich über Land-, Kultur-, Mentalitäts- und Sprachkenntnisse!“ In ihrer freien Zeit fährt sie Rad, schwimmt und unternimmt größere Reisen. Slawa Rudek liest vor allem Fachliteratur und Bücher zeitgenössischer Autoren, aber keine Krimis.
