Von Elke Flogaus
KULTUR im Park „Old Company“ lockt in den Christian-Georg-Schütz-Park
Über „riesiges Glück mit dem Wetter“ freuten sich die Organisatoren von „Kultur im Park“, als sie am Samstag mit allerlei Programm und Mitmachspaß und außergewöhnlichen kulinarischen Leckerbissen das schöne Ambiente des Christian-Georg-Schütz-Parkes für die zweite Auflage ihrer „wunderbaren Kleinkunstveranstaltung“ nutzten.
„Die erste Veranstaltung im August 2008 war ein voller Erfolg“, begründete die zweite Vorsitzende des Kulturvereins „Old Company“, Margerita Haug, das erneute kostenlose Open Air-Angebot, das allerdings im vergangenen Jahr wegen fehlender Zuschüsse der Stadt nicht zustande kam. Daher hatte man diesmal Künstler ohne oder mit geringer Gage gewinnen können, um Kleinkunst in aller Vielfalt für Jung und Alt zu präsentieren und das Konzept einer lockeren gemütlichen Atmosphäre dennoch beizubehalten.
So stellte erstmals Rafael Krumb seine „Schrottskulpturen“ aus, zeigte Sprayer Rake, wie ein Graffiti-Bild entsteht und bastelten Kinder Jonglierbälle aus mit Sand gefüllten Luftballons, die sie samt anderem Jongliermaterial gleich ausprobieren konnten. Auf der Bühne, von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt, hatten Mitglieder des Flörsheimer Amateur-Theaters (FAT) die Lacher schnell auf ihrer Seite, als mit zwei Sketchen eine Sauerstoffverbrauchssteuer und das Micro-Handy witzig unter die Lupe genommen wurden.
Der Aufforderung, auf dem „literarischen Barhocker“ Platz zu nehmen, folgte beispielsweise Peter Welzbacher, Besucher aus Rüsselsheim, und verblüffte das Publikum mit dem ellenlangen Gedicht „Das Attentat“ von Robert Gernhardt, das er auswendig vortrug. Beim Genuss von Paella, Scampispießen oder Flammkuchen nutzten die Parkbesucher bei musikalischer Untermalung von Stefan Krämer die Möglichkeit zu Gesprächen, lauschten später dem Liedermacher Arimot, der auf deutsch, französisch und hessisch Verse zum Lachen, zum Träumen und einfach nur Geschichten sang, bevor das Improvisationstheater „Maineid“ aus Frankfurt für Riesenspaß mit seiner spontanen Schauspielkunst sorgte.
An den hübsch gedeckten Tischen mit Blumen und Kerzen hätten durchaus mehr Zuschauer Platz gefunden, doch die, die gekommen waren, erlebten einen völlig entspannten Samstag unter freiem Himmel. „Wir werden das definitiv wiederholen“, beteuerte Vereinschef Sebastian Haug und hob den Spaß, den auch die Helfer dabei hatten, hervor. Allerdings werde erst der Kassensturz zeigen, ob man sich „Kultur im Park“ jedes Jahr leisten könne. Zunächst hat der Verein die große Aufgabe vor sich, das mittlerweile 35. Open Air unter der Opelbrücke für den 16. bis 18. Juli vorzubereiten.
