Katrin Matsushita ist mehrfache Weltmeisterin im Tischfußball
28.01.2012 - FLÖRSHEIM
Von Andrea Möllendick
Über zwei Stunden dauerte die spannende Begegnung zwischen dem deutschen und dem französischen Tischfußball-Frauen-Nationalteam am 8. Januar in der Finalarena in Nantes in Frankreich, bevor die Spielerinnen um die Flörsheimer Notarfachangestellte Katrin Matsushita nach ihrem 11 : 9 Sieg bei den Weltmeisterschaften in einen wahren Freudentaumel ausbrechen durften. Bereits 2009 hatte die gebürtige Dresdenerin mit der deutschen Damen-Mannschaft diesen begehrten Titel errungen, während sich ihr Team 2010 mit einem dritten Platz und 2011 mit dem Vize-Weltmeistertitel zufriedengeben musste.
Seit 2003 in der Weltelite
2012 beteiligten sich rund 600 Spieler aus über 40 Nationen an dem viertägigen Turnier, zu dem sich mehr als 15 000 Zuschauer in den drei Arenen eingefunden hatten, berichtet die 39-Jährige der „Main-Spitze“. Vom TV-Sender „Eurosport 2“ wurde der Wettbewerb zum Teil live übertragen.
Katrin Matsushita, die in der Kanzlei Moll & Eisenmann-Kohl in der Altkönigstraße arbeitet, gehört seit 2003 zu den besten Tischfußballerinnen auf der Welt. Damals sicherte sie sich bei der WM in Dalles die Goldmedaille im Damen-Doppel. 2006 stand sie mit der gemischten Nationalmannschaft erneut auf dem Siegertreppchen, ehe sich die begeisterte Tischkickerin bei der WM 2009 auch im Einzel gegen die Konkurrenz durchsetzte. Darüber hinaus hat die „Spielerin des Jahres 2002“ seit 2005 zahlreiche Erste Plätze im Damen-Doppel und Mixed-Doppel bei Deutschen- und Europameisterschaften errungen.
An der WM in Nantes hatte die Wahl-Mainzerin, die in Heidesheim wohnt, aus Zeit- und Geldgründen eigentlich überhaupt nicht teilnehmen wollen. Denn für Flug und Hotel waren aus eigener Tasche rund 600 Euro zu berappen, während der Verband lediglich 100 Euro als Zuschuss zahlt. „Preisgelder gibt es bei der WM nicht, da geht es nur ums Prestige“, erzählt sie. Kurzfristig wurde Katrin Matsushita, die den japanischen Nachnamen ihrem Stiefvater verdankt, dann aber doch als eine von sechs Nationalspielerinnen nominiert.
Um nach dem jüngsten Erfolg auch weiterhin erfolgreich zu sein, trainiert die Tischfußballerin - die 2004 den Wiesbadener Verein „Wild Card“ mitbegründet hat, der 2008, 2009 und 2010 Deutscher Mannschaftsmeister wurde und derzeit 45 Mitglieder hat - pro Woche acht bis zehn Stunden. Vor finanziell attraktiven Turnieren, und das sind 20 bis 30 pro Jahr, kommen noch extra Trainingseinheiten hinzu, um die „flinken Kicker am Stiel“ jederzeit voll im Griff zu haben.
Die Sportlerin, die 2007 mit zwei Freunden die Firma „Tischfußball-Events GbR“ ins Leben rief und die seit nunmehr zwölf Monaten nur noch halbtags in der Flörsheimer Anwaltskanzlei tätig ist, hat in der vergangenen Woche auf der Baseler „Swiss Bau“ an einem Stand fünf Tage lang gegen Messebesucher gekickert. „95 Prozent waren Männer“, die im Schuss kraftvoller und vom Typ kämpferischer seien als Frauen, räumt Matsushita ein. Dennoch habe sie gegen die sehr gut spielenden Hobbyspieler immer gewonnen. „Aber es war harte Arbeit.“ Erst hätten ihre Gegner „große Sprüche“ gemacht, doch dann ganz schnell eingesehen, „dass sie keine Chance haben“. Entscheidend seien neben dem eigenen Stil Reaktionsschnelligkeit und eine gute Beobachtungsgabe.
Ihre Tischfußball-Leidenschaft hat Matsushita als 18-Jährige in einem Jugendcafé in Oberursel entdeckt. Seitdem opfert sie ihre komplette Freizeit für ihr Hobby, das mittlerweile überdies Beruf und Berufung ist. Auch in Flörsheim hat sie ihr Können bereits unter Beweis gestellt. Ende der neunziger Jahre sicherte sie sich mit ihrem damaligen Lebensgefährten Markus Klug bei einem Kicker-Turnier im Güterschuppen am Bahnhof den Hauptpreis: Zwei Flüge nach London.
