Christel Schreiber schließt ihr Modefachgeschäft in Flörsheim
28.01.2012 - FLÖRSHEIM
Von Hildegund Klockner
„Wir werden Christel Schreiber sehr vermissen!“ „Wer ist jetzt mein Ansprechpartner, der mich in Modefragen berät, wenn ich etwas Kleidsames mit Pfiff für einen bestimmten Anlass suche?“
Die vielen Stammkunden im „Mode-Paradies“ sind fassungslos, dass „ihr“ Modegeschäft in der Altstadt nach fast 27 Jahren am Dienstag, 31. Januar für immer schließt.
„Frau Schreiber ist ohne Alternative für mich in Flörsheim“, so eine zufriedene Kundin, die zum „Tschüss-Sagen“ am Dienstag um 17 Uhr ein letztes Mal vorbeikommen will. Dann sind Kunden, Freunde und Gönner von der Inhaberin zu einem kleinen Umtrunk eingeladen.
„Mit 63 Jahren möchte ich in Rente gehen, für meine Schwester Anneliese Kunz, meine einzige Mitarbeiterin, geht dann auch ein Lebenskapitel zu Ende“, so Christel Schreiber. Seit der Eröffnung der Kolonnaden hat Schreiber beobachtet, wie das Einkaufszentrum „die Leute aus dem Ort zieht“. Da hilft es auch nicht, dass vor ihrem Geschäft ein großer Parkplatz eingerichtet ist und Radfahrer die Einbahnstraße in beiden Richtungen befahren dürfen. „Früher waren hier noch Bäcker, Metzger und ein Frisör gegenüber. Das bedeutete interessierte Laufkundschaft“, beschreibt die Geschäftsfrau die wenig attraktive Innenstadt heute.
Gerne möchte die in Wicker Lebende den Laden in der Eisenbahnstraße vermieten: „Ein Modegeschäft wird hier wahrscheinlich nicht mehr einziehen. Der Laden liegt zu weit abseits.“
So ganz will Christel Schreiber ihren geliebten Beruf nicht aufgeben. Saisonbedingt wird sie weiter etwas in Mode machen, dann in anderen Räumen. Die Kunden aus der Kundendatei werden darüber mit der Post benachrichtigt.
Sie freut sich in ihrer Freizeit wieder einmal „richtig Urlaub zu machen“. Sie war immer für ihre Kunden da und hat sich nur eine Woche Urlaub im Jahr gegönnt. Mit ihrer Schwester hat sie sich als erstes vorgenommen, demnächst „auf der Chinesischen Mauer zu stehen“!
Der Fastnacht im FCV (Flörsheimer Carneval Verein) bleibt sie weiterhin verbunden: In der Zugkommission und in der „Brotfabrik“ - das ist das Team für den Pausenempfang bei den FCV-Sitzungen.
