Von Stefanie Widmann
Beim Kochen zeigen sie in rot glühenden Kreisen und Ovalen, welche Energie in ihnen steckt, abgeschaltet sind sie einfarbig, glänzend und glatt - eine schlichte, ästhetische Fläche. Vor 38 Jahren präsentiere Schott das erste Ceran-Kochfeld auf der Fachmesse Domotechnica, am Montag lief die 100-millionste Ceran-Fläche in Mainz vom Band.
“Dass wir die Produktion der Glaskeramik-Kochflächen in den vergangen Jahren beinahe verdoppeln konnten, liegt an den Kapazitätserweiterungen, mit denen wir der hohen Nachfrage und den Qualitätsanforderungen unserer Kunden gerecht werden“, sagte Schott-Konzernchef Udo Ungeheuer.
Starke Umsatzeinbrüche wegen Wirtschaftskrise
Dabei spürt auch der hart umkämpfte Haushaltsgerätemarkt die Wirtschaftskrise. Vor allem in Russland, Spanien und Großbritannien gab es laut Ungeheuer starke Einbrüche, in anderen Ländern gebe es aber schon Wachstumssignale. “An erster Stelle ist hier Frankreich zu nennen, wo wir durch den Trend zur Induktionstechnologie ein moderates Wachstum erreicht haben“, erläutert Ungeheuer. Auch in Deutschland und Polen seien die Auftragseingänge stabil, 2010 erwarte er eine Stabilisierung des europäischen Marktes.
Inzwischen wird die Ceran-Kochfläche in vierter Generation hergestellt. Sie wurde aus dem keramischen Werkstoff Zerodur entwickelt, den der Mainzer Glasspezialist für astronomische Teleskope produzierte, und war anfangs schlicht schwarz. In den vergangenen acht Jahren brachte Schott, nach eigenen Angaben weltweiter Marktführer in diesem Segment, auch weiße, farbige und transparente Flächen auf den Markt. Glaskeramikflächen spielten in der Küche auch im Hinblick auf Design und Ästhetik eine immer größere Rolle, so die Begründung. Grundsätzlich habe die vier Millimeter dicke Glaskeramik den Vorteil, dass die Heizenergie mit geringem Wärmeverlust an das Kochgerät gebracht und kaum Wärme zu den Seiten abgeleitet würde. Sie sei “extrem temperaturstabil“ und überstehe plötzliche Temperaturschwankungen von bis 750 Grad Celcius problemlos.
Enthielten die schwarzen Ceran-Platten lange Zeit noch Arsen und Antimon, so wurde 2002 die erste Kochfläche ohne die giftigen Schwermetalle vorgestellt.
Bei den Weiterentwicklungen soll auch in Zukunft Umweltfreundlichkeit eine große Rolle spielen. “Mittelfristig planen wir sogar, die gesamte Produktpalette auf umweltfreundliche Glaskeramik umzustellen“, kündigt der Schott-Chef an. Darüber hinaus sind neue Designs in Arbeit, “um unseren Kunden die Möglichkeit zu bieten, ihre Geräte einzigartig zu gestalten“.
