Frosch putzt Meister Proper weg - Mainzer Familienunternehmen steigert Marktanteile und Umsatz
04.04.2010 - MAINZ
Von Christiane Stein
Der Frosch hat im vergangenen Jahr einen großen Sprung gemacht. Erstmals ist es dem Mainzer Familienunternehmen Werner & Mertz in dem Segment "Haushaltsreiniger" gelungen, Meister Proper und "Der General" zu überholen.
Der Frosch erreichte einen Marktanteil von 13,4 Prozent (Vorjahr: 12,9 Prozent). Meister Proper kam auf 12,1 Prozent, der General auf 12,2 Prozent. "Damit sind wir in Deutschland Marktführer", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Reinhard Schneider, der 2009 insgesamt als "sehr erfolgreiches Jahr" einstuft. Werner & Mertz sei gegen den Branchentrend gewachsen und habe in keiner der 13 Warengruppen beim Marktanteil einen Rückgang hinnehmen müssen. Im Gegenteil: "In den allermeisten Segmenten ist uns ein Zuwachs gelungen", betont Schneider.
Mitarbeiterzahl konstant
Bei der Bodenpflege (Emsal) gelang in einem insgesamt rückläufigen Markt eine Steigerung des Anteils von 28,6 auf 32,0 Prozent. Und Frosch-Handgeschirrspülmittel kletterten in puncto Marktanteil von 3,6 auf 4,3 Prozent, Rohrreiniger von 12,8 auf 17,2 Prozent. Der Umsatz des Traditionsunternehmens legte 2009 insgesamt um rund vier Prozent zu - im Jahr zuvor lag er bei 284 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter ist mit 910 konstant geblieben, knapp 500 davon arbeiten in Mainz.
Blickt man auf das erste Quartal des aktuellen Jahres, sind die Zahlen nach Angaben des Werner & Mertz-Chefs ebenfalls sehr erfreulich. Schneider berichtet von "Wachstumsraten im zweistelligen Bereich". Bei der Prognose für das Gesamtjahr ist er etwas zurückhaltender, geht aber auf jeden Fall von einem deutlichen Plus aus: "Wir haben für den Gesamtkonzern ein Wachstum von sechs Prozent eingeplant.".
Glaubwürdigkeit und Naturschutz
Die Geschäfte laufen nach Ansicht Schneiders so gut, weil das Unternehmen viel für die Glaubwürdigkeit tue - vom Neubau eines ökologisch beispielhaften Verwaltungsgebäudes über umweltfreundliche Produkte und Verpackungen bis hin zu Kooperationen mit Naturschutzorganisationen. "Die Verbraucher sind kritischer geworden", betont er.
Vertrauenswürdigkeit müsse sich über das Produkt hinaus in der gesamten Herstellerphilosophie spiegeln. Dass der Frosch 2009 zur nachhaltigsten Marke Deutschlands gewählt worden sei, zeigt nach Ansicht Schneiders, wie konsequent Werner & Mertz seine Ansprüche umsetze.
Natur hat viele Hochleistungsgeheimnisse parat
Der Firmenchef kündigte für 2010 auch neue Produkte an. So soll im Herbst erstmals von Frosch eine flüssige Handseife auf den Markt kommen. Außerdem wird die Boden-Pflege-Serie Emsal um einen Terrassen-Reiniger ausgeweitet. Es sei das erste Produkt für Holzböden und -möbel, das kaum abfärbe. "Da können Sie sich nach der Anwendung mit einem weißen Hemd drauflegen, das sollte weiß bleiben", verspricht Schneider mit einem Augenzwinkern.
Basis für alle - zum Patent angemeldeten - Biosan-Reiniger ist das Biopolymer Chitosan, das aus Garnelenschalen gewonnen wird. Das Prinzip, die Erfolgsrezepte der Natur zu kopieren, wird Werner & Mertz auch weiterhin verfolgen: "Die Natur hat viele Hochleistungsgeheimnisse parat", sagt Schneider.
"Noblesse" als neue Marke
Im Duftbereich will Werner & Mertz mit "Noblesse" dieses Jahr noch eine ganz neue Marke auf den Markt bringen. "Die Erfolge mit dem Frosch Oase Raumerfrischer haben uns Mut gemacht, im Duftbereich noch ein hochwertigeres, sehr dekoratives Produkt zu entwickeln", erläutert Schneider.
Planmäßig läuft der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes an der Rheinallee, auf dem kürzlich die Rotoren der Windkraftanlage installiert wurden. Der Umzug von 250 Mitarbeitern soll im Herbst erfolgen. Das derzeitige Verwaltungsgebäude in der Ingelheimstraße wurde bereits an die Stadtwerke Mainz verkauft, künftig will es die Spedition Frankenbach nutzen.
