Unter dem Motto „Die Uni gehört uns allen“ haben am Samstag in Frankfurt Studenten für bessere und offenere Studienbedingungen demonstriert. Die Veranstalter sprachen von über 3000 Teilnehmern, die Polizei gab die Zahl mit 1500 Menschen an.
An dem Protestzug, der sich gegen den „Effizienz- und Funktionsdruck“ aller Lebensbereiche richtete, beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter auch Auszubildende und Schüler sowie Gewerkschafter.
Über den Verlauf der Demonstration, zu der bundesweit aufgerufen worden war, gab es am Nachmittag zunächst unterschiedliche Angaben. Während ein Polizeisprecher am Nachmittag von einem friedlichen Ablauf sprach, berichtete das „Protest-Plenum“ der Universität Frankfurt von mehreren verletzten Teilnehmern, ohne aber nähere Angaben zu machen.
Polizei: Nur etwas Pyrotechnik, sonst alles friedlich
Der Demonstrationszug durch die Innenstadt war von einem Großaufgebot der Polizei begleitet worden. "Durch sorgfältig geplante Polizeitaktik konnten Gewaltaktionen von Beginn an verhindert werden", meldete die Polizei. "Allein einige Würfe mit Pyrotechnik konnten festgestellt werden. Das Heranführen starker Polizeikräfte hat aber weitere Verstöße gegen das Versammlungsgesetzt unterbunden."
Die Demonstranten kritisierten, dass in Deutschland zu viel selektiert werde zum Beispiel mit Studiengebühren, Abschiebungen und Hartz IV. Bei der Veranstaltung wurden unter anderem Fahnen von der Grünen, der Linkspartei und der IG Metall geschwenkt.
Die Polizei war mit mehreren hundert Beamten präsent. Die Behörden hatten im Vorfeld der Demonstration gewalttätige Auseinandersetzungen und erhebliche Verkehrsbehinderungen für möglich gehalten. Am Nachmittag fand zeitgleich das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln statt.
Die Veranstalter sahen die Demonstration auch als Auftakt zum „Bildungsstreik“ an den Universitäten in diesem Jahr. Dabei geht es unter anderem um Mängel bei der Umsetzung der neuen Abschlüsse von Bachelor und Master. Frankfurt war als Ort ausgewählt worden, weil es an der Goethe-Universität Auseinandersetzungen mit der Uni-Führung gegeben hatte. Das Präsidium hatte dem AStA angesichts der Rücklagen in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro die Beiträge von acht auf vier Euro pro Student und Semester gekürzt und dabei vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof recht bekommen.
