Krisenstab für Facebook: Soziale Plattform fällt mehrere Stunden aus
31.08.2010 - MAINZ / WIESBADEN
Von Mara Braun
Panik im Web 2.0 – zumindest ein bisschen. Am Dienstagnachmittag war die soziale Plattform Facebook für viele Nutzer in aller Welt nicht zu erreichen: Die Seite, die weltweit über 500 Millionen User miteinander vernetzt, ließ sich nicht aufrufen, die Mitglieder konnten sich nicht einloggen.
Weil das Internet ein selbstreflexives Medium ist und wer sich auf Facebook tummelt in der Regel auch den Micro-Blogging-Dienst „Twitter“ nutzt, verbreitete sich die Nachricht dort rasend schnell. „Normalerweise treffen wir uns auf Facebook, wenn Twitter down ist. Heute mal andersrum“, scherzte Userin @HappySchnitzel – und stellte sogleich die entscheidende Frage: „Wo gehen wir denn hin, wenn beides mal kaputt ist?“ Und @robvegas zwitscherte launig: „Facebook ist down. Krisenstab im auswärtigen Amt ist eingerichtet. Bewahren Sie bitte die Ruhe.“
Das Unternehmen selbst ist in solchen Fällen für Rückfragen allerdings schwierig bis überhaupt nicht erreichbar: Zwar gibt es seit Februar diesen Jahres eine Facebook-Vertretung in Hamburg, die zu den bestehenden europäischen Büros in London, Dublin, Paris, Madrid, Stockholm und Mailand stößt – aber keine Telefonnummer; auch über die genaue Adresse des Facebook-Büros war bei dessen Eröffnung munter spekuliert worden.
Neuer Dienst mitverantwortlich für Ausfall?
Auf eine Anfrage dieser Zeitung per Mail erklärte ein Facebook-Sprecher am Dienstag, es gebe aktuell Probleme mit der Seite, die einige User beträfen. Diese führten dazu, dass Facebook langsam laufe und teilweise auch ausfalle. Man sei bemüht, dies so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen. Eine gleichlautende Erklärung hatte zuvor bereits der US-Branchenblog Mashable (http://mashable.com) veröffentlicht.
Unterdessen wurde im Internet auch darüber spekuliert, ob ein neuer Dienst der Plattform mitverantwortlich für den Ausfall sein könnte: Vor gut zehn Tagen hatte das Unternehmen den Start von „Facebook Places“ bekanntgegeben, einer Application, mit der die Nutzer künftig nicht nur mitteilen können, was sie gerade tun, sondern auch wo. Laut Medienberichten schloss man in Hamburg angeblich auch einen Hackerangriff als Grund für den Ausfall nicht aus.
Zwei Stunden facebook-frei
Runde zwei Stunden dauerte die facebook-freie Zeit für die meisten User an, worauf ein argentinischer Twitterer scherzte, der Dienst fange an, „mit Walen zu spielen“ – zur Erklärung: Ist Twitter überlastet, erscheint dort ein Wal als Symbolbild.
Die düstere Prophezeihung von @Nathan4791 aus Wakefield jedenfalls, er erwarte, ohne Facebook würden die Menschen binnen drei Stunden anfangen einander zu essen, trat nicht ein. Auch die scherzhafte Meldung von @ghostdog19, in Berlin gebe es erste Straßenschlachten, blieb ein Spaß.
Als die Download-Seite Winload (www.winload.de) um genau 17.01 Uhr meldete, Facebook sei wieder verfügbar, tummelten sich dort bereits etliche der zuvor Ausgesperrten – allerdings blieb die Seite für viele noch über Stunden langsamer als sonst.
Unterdessen gab es am Nachmittag eine weitere Neuerung innerhalb der Facebook-Angebote: Künftig können User ihr Profil im Online-Netzwerk MySpace mit dem auf Facebook synchronisieren, meldete das Netzwerk MySpace.
