Von Heinz Gaspar
Mit einem “Tag des Kunden" starteten am Sonntag die Beschäftigten von EDS in ihre vierte Streikwoche. Bundesweit fanden dabei Aktionen vor den Niederlassungen der Firmen statt, für die EDS Dienstleistungen erbringt. In Rüsselsheim warben rund 500 EDS-Mitarbeiter, die zuvor in einem Demonstrationszug von der Eisenstraße an den Friedrich-Lutzmann-Ring gezogen waren, vor dem Adam-Opel-Haus um Verständnis und Unterstützung für ihren Ausstand. Denn der geplante Stellenabbau bedeute auch eine substanzielle Gefährdung von Betrieb und Service bei den jeweiligen Kunden.
Trotz einer Rendite von 13 Prozent will der neue EDS-Eigentümer Hewlett-Packard (HP) deutschlandweit jeden dritten Arbeitsplatz abbauen; momentan stehen 839 Stellen zur Disposition. Darüber hinaus fordern die Streikenden die Geschäftsführung von EDS auf, endlich Verhandlungen zu tariflichen Regelungen und zur Sicherung von Arbeitsplätzen aufzunehmen.
Moralische Unterstützung bekamen die EDS-ler in diesem Zusammenhang auch vom Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz: “Wo wären wir ohne Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge?", bezeichnete er diese Forderung als absolut gerechtes Ziel.
Um Verständnis und Unterstützung warben und werben die Streikenden auch mit zwei offenen Briefen. Einer ging an die Adresse der Opel-Geschäftsführung, der andere, der am Montag vor dem Adam-Opel-Haus auch verlesen und am Dienstag zur Weiterleitung nach Washington im US-amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt abgegeben werden soll, an US-Präsident Barack Obama. Vor dem Hintergrund, dass Hewlett Packard weltweit rund 25 000 Beschäftigte entlassen will, die meisten davon in den USA, bitten die Streikenden, die ihre Aktion unter das Motto “Ja zur HP, aber für alle" gestellt haben, Obama unter anderem, das Management bei HP und EDS zur Rede zu stellen und die amerikanische Öffentlichkeit darüber zu informieren, welche Konsequenzen solche Massenentlassungen für die Zukunft der Wirtschaft weltweit und in Amerika haben.
