Amok-Drohung an Mainzer Schulzentrum: Eltern lassen Kinder zu Hause
12.03.2010 - MAINZ
Von Kirsten Strasser
Ausgerechnet am Jahrestag des Blutbades von Winnenden gab es im Hechtsheimer Schulzentrum eine Amok-Drohung. An der Theodor-Heuss-Grund- und Hauptschule fällt an diesem Freitag der Unterricht aus – „aus Sicherheitsgründen“, wie Schulleiter Guido Müller auf der Homepage der Schule mitteilt. Eltern von Schülern der Fritz-Straßmann-Realschule steht es nach Informationen dieser Zeitung frei, ihr Kind in die Schule zu schicken oder zu Hause zu lassen. Nach Informationen dieser Zeitung wurden die Eltern über Telefonketten informiert.
Die Polizei geht nicht davon aus, dass eine tatsächliche Gefährdung besteht. Das sagte ein Sprecher am Donnerstagabend auf Anfrage dieser Zeitung. „Wir werden die polizeilichen Standardmaßnahmen ergreifen: In der Schule präsent sein und Täterermittlungen durchführen.“ Nach Informationen dieser Zeitung ist bereits eine minderjährige Person, möglicherweise ein Schüler, ins Visier der Ermittler geraten.
"Am 12.3. bringe ich Euch alle um"
Wie der Polizeisprecher bestätigte, wurde auf einer Schülertoilette im Schulzentrum eine Drohung gefunden; dem Vernehmen nach soll es sich beim Fundort um eine Mädchentoilette in der Realschule gehandelt haben. Unklar ist, ob die „Botschaft“ an die Wand oder auf einen Zettel geschmiert wurde. „Am 12.3. bringe ich Euch alle um“, soll die Drohung gelautet haben.
Nach Informationen dieser Zeitung ist die Beunruhigung groß; viele Mütter und Väter wollen ihr Kind am Freitag zu Hause lassen. Auch einige Lehrer, hieß es, wollen dem Schulzentrum fernbleiben. Den Eltern – auch von Schülern der Grund- und Hauptschule – war anfangs mitgeteilt worden, dass auf jeden Fall Unterricht stattfinde. Offenbar entschied der Schulleiter erst am Abend anders.
