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Kirche 

Bistum Mainz informiert über Misshandlungen und Übergriffe im Konvikt Bensheim

10.03.2010 - MAINZ / BENSHEIM

(red/dpa). In den 60er und 70er Jahren sollen in einem früheren Jungen-Internat des Bistums Mainz im hessischen Bensheim Schüler sexuell missbraucht und misshandelt worden sein.

Der damalige Leiter – ein Sozialarbeiter – sowie ein Priester stehen nach Angaben des Bistums unter dem Verdacht, Schüler massiv geprügelt haben. Beim damaligen Leiter stehe auch der Verdacht des sexuellen Missbrauchs im Raum. Das Bistum zeigte sich tief betroffen und bot den Opfern Hilfe an.

Der Beauftragte des Bistums für Missbrauchsfälle, Richard Seredzun, erklärte auf Anfrage, dass er in der letzten Woche einen Anruf eines ehemaligen Schüler erhalten habe, der das Konvikt von 1968 bis 1972 besucht hatte. Er berichtete von Fällen von körperlicher Züchtigung, aber nicht von Missbrauch. Nach Absprache mit dem Generalvikar und dem Justitiar ging das Bistum mit dieser Information an die Öffentlichkeit.

Anonymer Anruf bricht nach Medienberichten über andere Fälle sein Schweigen

Der Anrufer sah sich durch die breite Berichterstattung der vergangenen Wochen zum Thema Kindesmissbrauch ermutigt. Seredzun erklärte, dass er seit Antritt seines Amtes als Beauftragter für Missbrauchsfälle 2003 „noch nie Informationen zurückgehalten“ habe. Auch zu den jüngsten Fällen sei die Staatsanwaltschaft umgehend eingeschaltet worden. Die Aktenlage sei aber schwierig. Deshalb rief das Bistum ehemalige Schüler auf, sich zu melden, falls sie konkrete Angaben machen können.

Bei Seredzun haben sich am Mittwoch weitere ehemalige Schüler gemeldet. Während einer davon sprach, er habe sich im Konvikt sehr wohl gefühlt, berichteten andere, sie hätten von „Übergriffen und Misshandlungen erfahren oder sie bei Klassenkameraden beobachtet“. Das Knabenkonvikt war ein Internat für Schüler, die ein Gymnasium in Bensheim besuchten. 1981 wurde es geschlossen. Der Leiter sei 1979 aus dem Dienst des Bistums ausgeschieden.

Odenwaldschule: Weitere Ermittlungen, aber keine Anzeige

Die Justiz sucht weiter nach Fällen, die noch nicht verjährt sind. Auch im Fall der Odenwaldschule in Heppenheim schließt die Staatsanwaltschaft Darmstadt nicht aus, dass es nach 1999 noch zu Übergriffen auf Schüler gekommen sein könnte. Deswegen werde ermittelt, auch wenn es keine Anzeigen gebe, sagte der stellvertretende Behördensprecher Klaus Tietze-Kattge.

Für eine am Donnerstag anberaumte Pressekonferenz der Odenwaldschule wird erwartet, dass der Vorstand des Trägervereins seinen Rücktritt verkündet. Als Rücktrittstermin steht der 27.März im Raum.

Unterdessen gab es Berichte über den Missbrauch an Heimkindern im Vincenzhaus in Hofheim am Taunus. Dort habe es Anfang der 1960er drakonische Strafen wie auch sexuelle Übergriffe gegeben. Beim Träger der Einrichtung, dem Caritas-Verband Frankfurt, hätten sich drei mutmaßliche Opfer gemeldet.

Das ehemalige Konvikt in Bensheim ist heute ein Rathaus. Hier soll es zu Misshandlungen und Missbrauchsfällen gekommen sein. Foto: dpa

Das ehemalige Konvikt in Bensheim ist heute ein Rathaus. Hier soll es zu Misshandlungen und Missbrauchsfällen gekommen sein. Foto: dpaVergrößern

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11.03.2010 Dieser Kommentator ist bei uns nicht registriert.

Mißbrauch

Sollte es nicht wichtiger sein den TÄTERN das Handwerk zu legen als diese Taten pauschal der Kirche in die Schuhe zu schieben? Jeder regt sich über die HARTZ IV-Äußerungen unseres Vize-Kanzlers auf, aber was machen wir? Das gleiche!
Mißbrauch ist eines der schlimmsten Verbrechen die ich mir vorstellen kann, nur muss man den sexuellen Mißbrauch (der auch vor z.B. 40 Jahren schon hätte bestraft werden müssen) von der körperlichen Züchtigung (wie sie nunmal damals "normal" war) unterscheiden. In ein paar Jahren wird vielleicht auch die "Treppe" als Strafe unserer Kinder vereurteilt.....
Ich hoffe das sowohl die Medien als auch die Strafverfolgungsbehörden aucch den Mut besitzen Trittbrettfahrer die aauf eine Entschädigung aus sind genauso an den Pranger stellen wie sie es zur Zeit mit den Geistlichen tun.
Das ist ein Fehler unserer Presse, wenn etwas schlecht läuft oder sich jemand straafbar macht (insbesondere die Kirche, s. Alkoholfahrt der ev. Bischöfin) wird ein riesen Medienrummel veranstaltet, wenn aber die gleiche Institution Arme mit Essen und Kleidung versorgt, Kranke behandelt oder sonst etwas GUTES für die Gesellschaft tut, dass wird schön brav unter den Teppich gekehrt.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass perverse Personen aller Gesellschaftsschichten hinter Gitter gehören!

10.03.2010 T.S., dieser Kommentator ist bei uns registriert.

Sumpf des Verbrechens

Dieser widerliche und ekelhafte Kirchensumpf, der sich über ganz Deutschland verbreitet, ist durch NICHTS mehr zu überbieten. Massenmißbrauch & Gewalt durch Kirchenvertreter an Minderjährigen und Abhängigen war vielen hinter vorgehaltener Hand schon lange bewußt, doch wußte es die Kirche immer "geschickt" zu verbergen oder zu vertuschen. Solange man die Aufklärung oder Nachforschung der Täter oder Ursachen, der Kirche selbst überläßt, wird ALLES wieder im Weihrauchnebel verschwinden. DAS lehrt uns die tausendjährige Geschichte der Kirche immer wieder !!!
Diesen Dreck mit seinen Verbrechern kann NUR der Staat mit atheistischen Staatanwälten seiner gerechten Strafe zuführen, die sich an die klare Vorgabe des Strafgesetzes halten. Die Kirche selbst, sieht sich ja anscheinend weit über den Gesetzen und würde wohl die Inquisition wählen ... welche Ironie !

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